Unser Leben mit Gott

Glasfenster unserer Mutterhauskapelle

Unser Leben in der Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern ist eine Antwort auf den Ruf Gottes, der uns über seinen Sohn Jesus Christus zum Glauben und zum Dienst am Nächsten gerufen hat. Unser Leben in der Gemeinschaft ist ein Leben mit Gott. Er gibt unserem Leben Sinn und Erfüllung und er ist die Mitte unseres Dienstes.

Die Verbundenheit mit Gott ist die Quelle unserer Kraft. Wir finden sie in der Feier der Eucharistie, in unseren Gebetszeiten, Schriftlesungen und Betrachtungen. Durch das Stundengebet (Laudes, Mittagshore, Vesper, Komplet) nehmen wir auch teil am Gebetsdienst der Kirche: Wir verherrlichen Gott in Lob und Dank. Vor ihn tragen wir die Anliegen der Zeit, unserer Gemeinschaft und der uns Anvertrauten.

Was Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam für uns bedeuten:
Gott ist die Mitte unseres Lebens. Deshalb haben wir uns nach der Tradition der Kirche entschieden für ein Leben nach den evangelischen Räten der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams. Armut heißt für uns, ohne eigenes Eigentum zu leben. Alles, was wir benötigen, stellt uns die Gemeinschaft zur Verfügung. Das macht uns frei von vielen alltäglichen Sorgen und offener für die Nöte anderer Menschen. Wir leben einfach und beschränken uns in unseren Ausgaben auf das, was wir für unsere Arbeit und für unser Schwesternleben benötigen. Weil wir gegen wachsende Armut, Ausgrenzung und die wirtschaftliche Ausbeutung von Mensch und Natur eintreten, setzen wir unsere Mittel gemeinnützig zum Wohl der Benachteiligten ein.

Die Ehelosigkeit haben wir im Vertrauen darauf angenommen, dass Christus unser Leben erfüllen kann. Die Bindung an einen Partner und die Verantwortung für eine Familie würden unseren Freiraum, unsere Zeit und die Einsatzbereitschaft für den Dienst an Not leidenden Menschen erheblich einschränken. Der Verzicht auf die Ehe ist eine große Herausforderung für uns, macht uns aber freier und verfügbarer für Gott und die Menschen. So können wir vielen Schwester und Mutter sein. Unsere Ehelosigkeit leben wir in schwesterlicher Gemeinschaft. Hier ist der erste Ort, wo wir Liebe geben und empfangen in Offenheit, Vertrauen und in Sorge füreinander.

Mit unserem Eintritt bei den Barmherzigen Schwestern entscheiden wir uns, Teil der Gemeinschaft zu werden. Wenn wir dabei auch Gehorsam versprechen, heißt das nicht, uns auf ein Leben in Unterdrückung und Entmündigung einzulassen. Gehorsam heißt für uns vielmehr, die Anforderungen der Gemeinschaft im Verständnis füreinander und mit Vertrauen zueinander zu erkennen und uns notwendigen Entscheidungen unterzuordnen. Gehorsam, so wie wir ihn verstehen, lässt sehr wohl Raum für Initiative und Eigenverantwortung.

Unser Stundenbuch

Unser Leben in schwesterlicher Gemeinschaft:
Die Liebe zum Herrn und die gleiche Berufung zum Dienst der Barmherzigkeit haben uns zusammengeführt. Wir führen ein schwesterlich-gemeinschaftliches Leben. Das gemeinsame Leben gehört wesentlich zu unserer Lebensform, die geprägt ist von Liebe, Respekt und Gleichheit, von Vertrauen, Bescheidenheit und Frohsinn. Wir bemühen uns, uns gegenseitig zu tragen, füreinander da zu sein und einander anzunehmen mit allem, womit die einzelnen die Gemeinschaft bereichern oder auch belasten. Diese Atmosphäre hilft uns, auf uns zu achten, unsere Talente und Begabungen richtig einzuschätzen, immer wieder Atem zu holen und im Gebet und im Miteinander Kraft zu schöpfen.