Unsere Sendung

Das Leben in einer Ordensgemeinschaft erscheint vielen Menschen nicht mehr zeitgemäß. Auch der Begriff des Dienens hat in der modernen Welt keinen hohen Stellenwert mehr. Wir Barmherzigen Schwestern sind aber von unserem Dienst an Not leidenden Menschen zutiefst überzeugt und versuchen darin, die uns eigene Verbindung von Gebet, Leben und Arbeit zu verwirklichen.

Als unsere Sendung verstehen wir, teilzunehmen an der Freude und Hoffnung, an der Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art. Wir versuchen, den Nächsten in seiner Not zu sehen und ihm zu helfen. Ihm wollen wir mit Hochachtung und Hilfsbereitschaft begegnen und beistehen – ohne Rücksicht auf Volk, Rasse, Weltanschauung, Religion und gesellschaftliche Stellung. Unsere Sendung leben wir nicht in Klöstern, sondern mitten in der Welt; denn wir wollen den Menschen nahe sein und offen für alles, was sie bewegt.

Spagat zwischen Sparzwang und Nächstenliebe
Viele Errungenschaften, von denen Menschen früher nur träumen konnten, sind für unsere Gesellschaft Selbstverständlichkeiten geworden. Ein großer Teil menschlicher Notlagen kann heute durch ein breit gefächertes Netz von Sozialleistungen abgefangen werden. In der Entstehungszeit unserer Ordensgemeinschaft und bis weit ins vergangene Jahrhundert hinein war das anders: Viele Not leidende Menschen hatten keine Helfer außer den Helfern aus Barmherzigkeit.

Es ist gut, dass in unserem Sozialstaat heute Kranke, Alte, Pflegebedürftige und Menschen in anderen, sehr vielfältigen Nöten Anspruch auf Hilfsleistungen haben. Unsere eigenen Einrichtungen, vor allem unsere Krankenhäuser sowie Alten- und Plegeheime, sind Teil eines komplexen und anspruchsvollen Gesundheits- und Sozialsystems geworden.

Es ist nicht leicht, in Zeiten leerer Kassen karitative Dienste im modernen Krankenhaus- und Altenheimbetrieb umzusetzen. Für uns ist es eine ständige Herausforderung, in dem Spagat zwischen wirtschaftlichem Sparzwang und gebotener christlicher Nächstenliebe zu leben. Eine wichtige Rolle spielt dabei die wachsende Zahl weltlicher Mitarbeiter, mit denen wir partnerschaftlich zusammenarbeiten wollen. Es ist uns ein großes Anliegen, dass sie in unseren Einrichtungen unseren vinzentinischen Auftrag so weit wie möglich mittragen.