Die vinzentinische Familie

Die Töchter der christlichen Liebe
Die vinzentinische Familie ist groß. Neben den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul gibt es natürlich immer noch die „Töchter der christlichen Liebe“, die 1633 direkt von Vinzenz von Paul und Luise von Marillac gegründet wurden und inzwischen auf allen Kontinenten Gottes Liebe zu den Menschen bringen.

In Deutschland sind die „Töchter der christlichen Liebe“ durch die Provinz Köln vertreten. In Österreich ist ein Provinzhaus in Graz. Daneben gibt es noch Mutterhäuser in Wien und Zams. Was für Außenstehende etwas verwirrend ist: Die „Töchter der christlichen Liebe“ nennen sich in Österreich ebenfalls Barmherzige Schwestern, so dass es für die drei Gemeinschaften naheliegend war, in der Föderation Vinzentinischer Frauengemeinschaften eng mit den „anderen“ Barmherzigen Schwestern zusammenzuarbeiten. Die Gründungsgeschichten aller österreichischen Gemeinschaften, inklusive der Kongregation mit dem Mutterhaus Innsbruck, sind ohnehin miteinander verwoben.

Die Lazaristen
"Congregatio Missionis" ("CM", Kongregation der Mission) heißt der 1625 von Vinzenz von Paul gegründete Männerorden. Die Bezeichnung weist darauf hin, dass in der Gründungszeit die Volksmission die vorrangige Aufgabe war. Im deutschen Sprachraum heißen die Mitglieder des Ordens nach dem Ordensgründer "Vinzentiner" oder "Lazaristen". Dieser Name stammt vom ersten Mutterhaus des Ordens: Saint-Lazare.

Neben den ursprünglichen Aufgaben (Volksmission und Priesterausbildung) sind die Lazaristen heute vor allem in der Seelsorge tätig. Seelsorge an Kranken, Alten, Behinderten und Gefangenen gehört dazu ebenso wie die Schwestern-, Schul- und Pfarrseelsorge. Besonderes Augenmerk gilt nach vinzentinischem Vorbild den Menschen am Rande der Gesellschaft.

Die Vinzenz-Konferenzen
Vinzentinische Caritas wird auch von Menschen gelebt, die keiner Ordensgemeinschaft angehören. Etwa 5000 Frauen und Männer gehören in Deutschland etwa 300 sogenannten Vinzenz-Konferenzen und Helfergruppen an. Als Aufgabenschwerpunkte haben sich die Mitarbeiter dieser Konferenzen die Altenarbeit sowie Haus- und Krankenbesuche gewählt. Hinzu kommen die Betreuung von Ausländern und Aussiedlern, der Begleitung von Sterbenden und Trauernden sowie die Begleitung von Gefangenen und Strafentlassenen. Die Gemeinschaft der Vinzenz-Konferenzen Deutschlands (VKD) ist ein selbständiger katholischer Laienverband und ist Mitglied des Deutschen Caritasverbands.

Die Idee der Vinzenz-Konferenzen stammt von Friedrich Ozanam. Als 20-jähriger Student hatte er 1833 zusammen die erste Konferenz gegründet, die er unter den Schutz des hl. Vinzenz von Paul stellte. Mit sechs Studenten setzte der spätere Hochschullehrer ein Werk in Gang, das sich schon zu seinen Lebzeiten rasch ausbreitete. Heute gibt es Vinzenz-Konferenzen in 134 Ländern der Erde. Nahezu eine Million Menschen sind in etwa 50 000 Konferenzen tätig. Friedrich Ozanam wurde 1997 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.