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30.06.2020

Lass mich langsamer gehen, Herr!

Pilgern hilft beim Stillewerden meiner Seele.


Im Rahmen der Innerbetrieblichen Fortbildung pilgerten einige Mitarbeiter auf der ersten Etappe des Münchner Jakobswegs an der Isar entlang von München zum Kloster Schäftlarn.

 

Fürs Pilgern gibt es die verschiedensten Motive: Der eine möchte durchs "Beten mit den Füßen" seinen Dank für eine überwundene Krankheit ausdrücken, die andere erwartet Antworten auf ihr spirituelles Suchen. Andere wollen sich einer körperlichen Anstrengung stellen und wieder andere wollen ihrem Leben eine neue Richtung geben und auf einem Pilgerweg in sich hineinspüren, wo es entlang gehen könnte. Was Pilgern für mich bedeutet, drückt dieses Gebet aus Südafrika sehr gut aus:

Lass mich langsamer gehen, Herr.

Entlaste das eilige Schlagen meines Herzens durch das Stillewerden meiner Seele.

Lass meine hastigen Schritte stetiger werden
mit dem Blick auf die weite Zeit der Ewigkeit.

Gib mir inmitten der Verwirrung des Tages
die Ruhe der ewigen Berge.

Löse die Anspannung meiner Nerven und Muskeln
durch die sanfte Musik der singenden Wasser,
die in meiner Erinnerung lebendig sind.

Lass mich die Zauberkraft des Schlafes erkennen,
die mich erneuert.

Lehre mich die Kunst des freien Augenblicks.

Lass mich langsamer gehen,
um die Blume zu sehen,
ein paar Worte mit einem Freund zu wechseln,
einen Hund zu streicheln,
ein paar Zeilen in einem Buch zu lesen.

Lass mich langsamer gehen, Herr,
und gib mir den Wunsch,
meine Wurzeln tief in den ewigen Grund zu senken,
damit ich emporwachse
zu meiner wahren Bestimmung.

Wolfgang Dausch


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