Vinzenz von Paul – Genie der Nächstenliebe

Spiritueller Impuls zum Todestag des hl. Vinzenz von Paul

Die Herkunft des heiligen Vinzenz von Paul (1581 – 1660) als Bauernsohn und Hirte im Weide- und Heideland der Gascogne (Südfrankreich) ließ nichts ahnen von der späteren weltweiten Auswirkung seiner Persönlichkeit und seiner Werke. Als junger Priester trachtete er nach gesicherten Einkünften für ein geruhsames Leben. Pfarrer in Landgebieten, Hauslehrer in einer hochadeligen Familie, Hauptpfarrer der Galeerensträflinge, Lebensretter der Findelkinder, um nur einige Stationen seines Lebens zu benennen. Seine Reifung und letztlich seine tiefgreifende Bekehrung geschah durch persönliche Erfahrung und Begegnungen mit Leid, Elend und Not, sie führte ihn zur restlosen Hingabe für die Armen und schließlich mit Louise von Marillac zur Gründung der „Charite“, einer Helfer- und Hilfsgruppe für Kranke und Notleidende. Sie gilt als der Beginn der Gemeinschaft der „Töchter der christlichen Liebe“ und der „Barmherzigen Schwestern“. Es war zugleich der Beginn eines neuen Zeitalters barmherziger Nächsten-Hilfe.  „Wir sind die Diener der Armen: Gott hat uns für sie erwählt. Das ist unsere wichtigste Aufgabe. Alles andere ist Nebensache“. Vinzenz von Paul war überzeugt, dass es gilt, die Sendung Jesu Christi in der Welt fortzusetzen. „Gottes innerstes Geheimnis ist die Barmherzigkeit.“ Vinzenz Leben war erfüllt davon. Sein Geist lebt in allen Kontinenten und hat im Laufe der Jahrhunderte ungezählte Menschen zur Hinwendung zu Christus in seinen leidenden Brüdern und Schwestern bewogen. „Christ sein und seinen Bruder leiden sehen, ohne mit ihm zu weinen, ohne mit ihm krank zu sein, das hieße ohne Liebe sein, nur ein gemalter Christ“ 

Die Spiritualität des hl. Vinzenz ist nach wie vor aktuell.

Es sind nicht die großen Taten, sondern oft kleine Gesten, Aufmerksamkeiten, ein freundliches Lächeln, ein wertschätzender Blick, ein gutes Miteinander, die helfen, ein wohlwollendes Klima zu schaffen und Vertrauen aufzubauen und so den Alltag leichter zu bewältigen - und um ehrlich zu sein - ich bin dann oft die Beschenkte, der Vertrauen und Wohlwollen entgegengebracht werden; denn, so sagt Vinzenz von Paul: „Freundlichkeit löst Schwierigkeiten“.

Schwester M. Imelda Hillmeier